Ist Lee Jae-myung wirklich kryptofreundlich? Warum lehnt die südkoreanische Branche das Grundgesetz für digitale Vermögenswerte der regierenden Partei ab?

ChainNewsAbmedia
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Die Regulierung der Kryptowährungsbranche in Südkorea löst erneut Kontroversen aus. Im Hinblick auf die zweite Phase der Gesetzgebung zum „Grundgesetz für digitale Vermögenswerte“, die von der regierenden Partei vorangetrieben wird, äußerte @100y_eth, Leiter der Forschungsabteilung bei FourPillars, deutlich, dass die Aufnahme eines „Limits für Aktienanteile an Börsen“ im Gesetzwerk erhebliche Auswirkungen auf die Branchenstruktur und den Kapitalmarkt haben könnte, ja sogar die Eigentumsverhältnisse bei zentralisierten Börsen (CEX) in Südkorea grundlegend verändern könnte.

Kernstreitpunkt: CEX als ATS betrachten und Großaktionärsanteile beschränken

@100y_eth erklärte, dass die derzeit im südkoreanischen Parlament diskutierte „Grundgesetz für digitale Vermögenswerte Phase 2“ ähnlich wie das US-amerikanische Gesetzeswerk zur Regulierung des Kryptomarktes positioniert sei, mit dem Ziel, einen klaren rechtlichen Rahmen für die Kryptoindustrie zu schaffen. Die regierende Demokratische Partei hat jedoch bereits offiziell erklärt, dass sie eine „Obergrenze für Aktienanteile an Börsen durch Großaktionäre“ in das Gesetz aufnehmen werde.

Diese Policy basiert auf dem aktuellen südkoreanischen Kapitalmarktgesetz: Bei alternativen Handelssystemen (ATS) dürfen Großaktionäre höchstens 15 % der Anteile halten. Das bedeutet, die Regierung sieht die Marktfunktion von CEX ähnlich wie die eines ATS und möchte daher die gleichen Eigentumsbeschränkungen auf Krypto-Börsen anwenden, um Marktgerechtigkeit zu sichern und Machtkonzentration zu vermeiden. @100y_eth hält diese Analogie jedoch für höchst umstritten, da die Geschäftsmodelle von Krypto-Börsen grundlegend von traditionellen Wertpapierhandelsinfrastrukturen abweichen.

Was passiert, wenn die „Grundgesetz für digitale Vermögenswerte Phase 2“ verabschiedet wird

Laut Analyse von FourPillars würde die Verabschiedung des Gesetzes dazu führen, dass die fünf größten Börsen in Südkorea – Upbit, Bithumb, Coinone, Korbit und Gopax – ihre Hauptaktionäre gezwungen wären, Anteile zwischen etwa 5 % und 58 % zu verkaufen. @100y_eth beschreibt dies als eine strukturelle Umgestaltung, die einer direkten Intervention der Regierung in die Kapitalstruktur bestehender Unternehmen gleichkommt, anstatt nur eine regulatorische Aufwertung zu sein.

Der Zeitpunkt dieser Gesetzesinitiative sorgt zudem für zusätzliche Marktbewegung. In den letzten Jahren haben große südkoreanische Finanz- und Tech-Unternehmen aktiv in die Kryptoindustrie investiert, etwa Naver Financial, das eine Übernahme von Upbit in Erwägung zog, oder Mirae Asset, das eine Beteiligung an Korbit prüft. Wird die Obergrenze für Aktienanteile umgesetzt, könnten große Institutionen kaum mehr kontrollierende Anteile erwerben, was den M&A-Spielraum erheblich einschränken würde. @100y_eth ist der Ansicht, dass dies die Branchenintegration und die institutionelle Entwicklung behindern und die langfristige Wettbewerbsfähigkeit der südkoreanischen Börsen schwächen könnte.

Politische Gegensätze steigen: Kapitalismus oder quasi-Sozialismus?

Derzeit lehnt die größte Oppositionspartei die Regelung entschieden ab. Gegner argumentieren, dass in einem kapitalistischen Land die verpflichtende Veräußerung großer Anteile durch etablierte Großaktionäre eine übermäßige Markteingriffe darstelle. @100y_eth meint offen, dass, wenn das Gesetz umgesetzt werde, die Praxis, „Unternehmen zwangsweise Aktien zu verkaufen“, weit vom Prinzip der Marktwirtschaft entfernt sei und sogar den Eindruck erwecke, die Regierung verfolge sozialistische Eigentumsinterventionen.

Obwohl der amtierende südkoreanische Präsident, Lee Jae-myung von der Demokratischen Partei, mehrfach positive Stellungnahmen zu Kryptowährungs-ETFs und Stablecoins abgegeben hat, sind Brancheninsider skeptisch. Ein Insider aus der koreanischen Blockchain-Szene, der exklusiv gegenüber Chain News sprach, äußerte vor der öffentlichen Diskussion um die „Grundgesetz für digitale Vermögenswerte Phase 2“, dass Lees positive Haltung gegenüber Kryptowährungen in Wirklichkeit nur Wahlkampfpolitik sei. Auch die Haltung der Regulierungsbehörden erschwere es den lokalen Börsen erheblich, ihre Geschäfte zu führen.

Ist Lee Jae-myung wirklich kryptofreundlich? Warum lehnt die koreanische Industrie das Gesetz der regierenden Partei zu digitalen Vermögenswerten ab? Dieser Artikel erschien zuerst bei Chain News ABMedia.

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