Morgan Stanley rückt dem Start seines eigenen Spot-Bitcoin-ETFs näher, was darauf hindeutet, dass die Bereitschaft von Wall Street für direkte Exposure weiterhin besteht.
Morgan Stanley Investment Management hat eine aktualisierte S-1-Registrierungsanmeldung für den Morgan Stanley Bitcoin Trust, oder MSBT, eingereicht, um den vorgeschlagenen Spot-Bitcoin-Exchange-Traded-Fund (ETF) in Richtung eines möglichen Listings an der NYSE Arca voranzutreiben. Die Änderung, die um den 17.–18. März eingereicht wurde, bestätigt das Tickersymbol und fügt operative Klarheit hinzu, allerdings steht die Genehmigung durch die US-Börsenaufsicht SEC noch aus.
Der Schritt positioniert Morgan Stanley unter den größten traditionellen Finanzinstituten, die versuchen, einen Spot-Bitcoin-ETF direkt auszugeben, anstatt lediglich den Zugang für Kunden zu Produkten Dritter anzubieten. Es folgt der Welle von Genehmigungen im Jahr 2024, die es Unternehmen wie Blackrock ermöglicht haben, frühzeitig Kapitalzuflüsse zu dominieren.
Im Kern ist MSBT ein unkompliziertes Produkt. Der Trust ist so konzipiert, dass er den Bitcoin-Preis passiv anhand des Coindesk Bitcoin Benchmark 16:00 Uhr New York-Abrechnungskurses verfolgt, wobei nur Spot-Bitcoin gehalten wird – ohne Hebel, Derivate oder aktive Handelsstrategien.
Die Anteile am Trust würden einen Bruchteil des Bitcoin-Bestands repräsentieren und wie herkömmliche ETFs am Sekundärmarkt gehandelt werden. Die Preistransparenz soll durch einen Intraday-Indikativwert gewährleistet werden, der alle 15 Sekunden aktualisiert wird und damit an bestehende Spot-Bitcoin-ETF-Strukturen angepasst ist.
Ein fehlendes Element bleibt die Gebühr. Die Anmeldung beschreibt eine einheitliche „delegierte Sponsor-Gebühr“, doch der genaue Prozentsatz ist noch geschwärzt, was bei Investoren die Frage aufwirft, wie aggressiv Morgan Stanley bei den Kosten konkurrieren will.
Das operative Rückgrat basiert stark auf etablierten Akteuren. Die Verwahrung erfolgt durch Coinbase Custody Trust Company und die Bank of New York Mellon, wobei die meisten Vermögenswerte in Offline-Kaltlagerungssystemen gespeichert werden, um Hacks zu minimieren.
Zugelassene Teilnehmer sind bekannte Marktmacher wie Virtu Americas, Jane Street und Macquarie Capital, was darauf hindeutet, dass der Trust von Anfang an mit Blick auf Liquidität und Arbitrage-Effizienz aufgebaut wird.
Der Fonds führt auch ein hybrides Erstellungs- und Rücknahmemodell ein, das sowohl in-kind Bitcoin-Transfers als auch Bargeldtransaktionen ermöglicht. Während die Flexibilität besteht, verschiebt die Bargeldvariante das Slippage-Risiko auf die autorisierten Teilnehmer – ein Detail, das möglicherweise stillschweigend beeinflusst, wie Institutionen mit dem Produkt interagieren.
Risikooffenlegungen in der Anmeldung sind direkt. Die Geschichte von Bitcoin mit starken Kursrückgängen, Verwahrungsrisiken, regulatorischer Unsicherheit und möglichen Abweichungen bei der Nachverfolgung wird ebenfalls erwähnt. Der Trust betont außerdem, dass er keine Einkünfte generiert und keinen Kapitalschutz bietet – kaum überraschend, aber klar formuliert.
Der größere Kontext ist wichtig. Morgan Stanley, mit rund 1,9 Billionen US-Dollar verwaltetem Vermögen, den Emittentenbereich von Bitcoin-ETFs zu betreten, signalisiert einen Wandel von vorsichtiger Teilnahme zu direktem Wettbewerb um Gebühreneinnahmen.
Mit mehr als 100 Krypto-ETF-Anträgen, die Berichten zufolge noch bei der SEC kursieren, ist MSBT einer von vielen Anträgen, doch seine Herkunft verleiht ihm Gewicht. Bei Genehmigung würde dies die Idee stärken, dass Bitcoin-Exposure zu einem Standardangebot bei großen Finanzinstituten wird.
Derzeit befindet sich der Trust noch in regulatorischer Schwebe. Die SEC muss die Anmeldung für wirksam erklären, und die NYSE Arca muss die Listung genehmigen, bevor die Anteile gehandelt werden können. Bis dahin bleibt MSBT in diesem bekannten Vor-Start-Zustand: vollständig ausgearbeitet, breit diskutiert und wartend auf Washington.