Führungskräftewechsel erfolgt, da der regulatorische Druck zunimmt und die Umsatzprognosen für Bitcoin-ATM-Betriebe schwächer werden.
Bitcoin Depot vollzieht eine weitere plötzliche Führungsänderung. Scott Buchanan ist weniger als drei Monate nach Übernahme der Spitzenposition zurückgetreten. Alex Holmes, ehemaliger Geschäftsführer von MoneyGram, wird nun das Unternehmen leiten. Sein Eintritt erfolgt, während Bitcoin Depot regulatorischem Druck ausgesetzt ist und die Umsatzaussichten schwächer sind.
Eine SEC-Anmeldung vom Dienstag gab bekannt, dass Scott Buchanan als CEO und Direktor von Bitcoin Depot zurückgetreten ist. Das Unternehmen erklärte, sein Ausscheiden stehe nicht im Zusammenhang mit Streitigkeiten über Betrieb, Richtlinien oder Praktiken. Buchanan hatte seit 2019 mehrere leitende Positionen bei Depot inne.
Die Vorstandsmitglieder reagierten schnell und ernannten Alex Holmes sofort zum CEO und Vorsitzenden. Holmes trat am 20. August 2025 in den Vorstand von Bitcoin Depot ein. Zuvor war er von 2016 bis 2024 Vorsitzender und CEO von MoneyGram International.
In dieser Zeit überwachte Holmes den Verkauf von MoneyGram im Wert von 2 Milliarden US-Dollar an Madison Dearborn Partners. Die jüngste Veränderung markiert den zweiten Führungswechsel bei Depot innerhalb von etwa vier Monaten. Im November 2025 kündigte das Unternehmen an, Buchanan würde am 1. Januar 2026 CEO werden.
Zu dieser Zeit wechselte Brandon Mintz in die Rolle des geschäftsführenden Vorsitzenden, während Elizabeth Simer Chief Operating Officer wurde.
Der regulatorische Druck auf das Kerngeschäft von Bitcoin Depot mit ATM-Stationen hat in den letzten Wochen zugenommen, da die Durchsetzung durch die Behörden verstärkt wurde. Connecticut ordnete die Schließung der ATMs des Unternehmens im Bundesstaat an, mit Verweis auf hohe Gebühren und die Nicht-Erstattung an Betrugsopfer.
Die Überwachung erstreckt sich auch auf den breiteren Bitcoin-ATM-Sektor. Kalifornien verhängte eine Geldstrafe von 675.000 US-Dollar gegen Coinhub wegen angeblicher Überbelastung der Kunden. Das in Chicago ansässige Unternehmen Crypto Dispensers erwägt zudem einen Verkauf im Wert von 100 Millionen US-Dollar, nachdem sein Gründer wegen Geldwäsche angeklagt wurde.
In der Zwischenzeit warnte Bitcoin Depot kürzlich Investoren, dass die Einnahmen aus dem Kerngeschäft in diesem Jahr um 30 % bis 40 % sinken könnten. Das Unternehmen führte strengere Vorschriften und höhere Compliance-Kosten als Hauptgründe für den erwarteten Rückgang an.
Das vor einem Jahrzehnt gegründete Bitcoin Depot ist weiterhin Nordamerikas größter Betreiber von Bitcoin-ATMs. Es betreibt weltweit mehr als 9.000 Kiosklocations. Die Aktien von Bitcoin Depot (BTM) sind in der vergangenen Woche um mehr als 36 % auf 2,56 US-Dollar gefallen und befinden sich damit nahe ihrem Tiefststand im letzten Jahr.