
Die Brent-Rohöl-Futures stiegen im März um über 60 % und verzeichneten den stärksten Monatsanstieg seit den Aufzeichnungen ab 1988; der Abrechnungspreis des Mai-Kontrakts lag am Dienstag bei rund +5 % und damit bei 118,35 USD pro Barrel. Nachdem am 28. Februar US-amerikanische und israelische Luftangriffe Iran getroffen hatten, blockierte der Iran die Straße von Hormus und unterbrach dadurch etwa ein Fünftel der weltweiten Transitstrecken für Öl und Erdgas. Die Internationale Energieagentur (IEA) bewertete diese Unterbrechung als die größte Angebotserschütterung in der Geschichte des globalen Ölmarkts.
(Quelle: LSEG)
Die tägliche durch die Straße von Hormus verlaufende Menge an Transit-Rohöl macht etwa 17 % bis 20 % des weltweiten Angebots aus und ist damit der global wichtigste Ölbeförderungs-Transitkorridor. Nach der Blockade preiste der weltweite Rohöl-Futures-Markt das Risiko einer langfristigen Angebotsknappheit rasch ein und schob den März-Anstieg auf über 60 % – eine Zahl, die es in der Geschichte des Ölmarkts seit 1988 so nicht gegeben habe.
Die Besonderheit dieses Anstiegs liegt in seiner Dauerhaftigkeit: Es handelt sich nicht um einen kurzfristigen, impulsartigen Preisschub, der durch ein geopolitisches Ereignis ausgelöst wurde, sondern die Blockade des Korridors dauerte genau einen ganzen Monat, wodurch ein struktureller Anstieg entstand, der durch eine reale Angebotslücke gestützt wird – in seiner Natur hochgradig ähnlich wie die Angebotskrise, die vor 1988 durch Kriege im Nahen Osten ausgelöst wurde.
Der Energiepreisschock hat sich vom Futures-Markt auf die globalen Endverbraucher übertragen:
USA: Seit Dezember letzten Jahres stieg der Benzinpreis um 1,25 USD pro Gallone auf 4 USD pro Gallone und erreichte damit das höchste Niveau seit 2022
Vereinigtes Königreich: Benzin erreichte 152,8 Pence pro Liter, rund 20 Pence mehr als zu Beginn des Konflikts
Weltweite Energie-Nachfrage für Industrie: Morgan Stanleys Chefvolkswirt Bruce Kasman warnt, dass anhaltende Versorgungsunterbrechungen dazu führen könnten, dass Industrie-Energieanwender mit Versorgungseinschränkungen konfrontiert werden
Kasman erklärte: „Wenn der Korridor noch einmal für einen Monat geschlossen wird, wird der Ölpreis auf 150 USD pro Barrel steigen; Industrie-Energieanwender werden mit Versorgungseinschränkungen konfrontiert sein, und so etwas ist zu erwarten.“
Die Warnung von Kasman bei 150 USD ist nicht das pessimistischste Marktszenario. Laut einem Bericht von Bloomberg haben US-Beamte und Analysten aus der Wall Street begonnen, die Möglichkeit zu diskutieren, dass Rohöl 200 USD pro Barrel erreicht – unter der Voraussetzung, dass die Straße von Hormus weiter geschlossen bleibt und diplomatische Pläne keine Durchbrüche erzielen.
Allerdings entwickelt sich auch die geopolitische Lage parallel weiter. US-Präsident Trump deutete an, die US-Militäraktionen gegen den Iran könnten innerhalb von zwei bis drei Wochen beendet werden; die „Wall Street Journal“ berichtete, dass Trump bereit sei, die Militäroperationen zu beenden, selbst wenn die Straße von Hormus im Grunde weiterhin geschlossen bleibt; gleichzeitig bereitet sich das Emirat der Vereinigten Arabischen Emirate darauf vor, den USA dabei zu helfen, die Wasserstraße mit militärischer Gewalt zwangsweise wieder zu öffnen.
Welche der drei parallelen Wege – diplomatische Verhandlungen zur Lösung, einseitiger militärischer Rückzug und die gemeinsame militärische Öffnung durch mehrere Länder – letztlich zuerst Realität wird, ist die zentrale Variable, die den weiteren Verlauf des globalen Ölmarkts bestimmt.
Der Hauptgrund ist, dass der Iran nach dem US-israelischen Luftangriff am 28. Februar die Straße von Hormus blockierte und dadurch etwa 17 % bis 20 % der weltweiten Öl-Transitrouten abschnitt. Die IEA hat diese Unterbrechung als die größte Angebotserschütterung bewertet, die es je im globalen Ölmarkt gab; die den ganzen Monat andauernde Blockade trieb die Futures-Bepreisung zu einem Monatsanstieg von über 60 %.
Der Chefvolkswirt von Morgan Stanley, Bruce Kasman, warnte: Wenn der Korridor noch einen Monat geschlossen bleibt, kann der Ölpreis 150 USD pro Barrel erreichen. Bloomberg führt zudem US-Beamte und Analysten der Wall Street an und hält fest, dass unter extremen Bedingungen auch die Möglichkeit von 200 USD pro Barrel diskutiert werde – vorausgesetzt, die Blockade dauert an und eine diplomatische Lösung gelingt nicht.
Derzeit gibt es drei Wege: durch diplomatische Verhandlungen eine Waffenruhe vereinbaren und dass der Iran die Blockade aufhebt; dass Trump nach dem Ende der Militäroperationen die Realität akzeptiert, dass der Korridor im Grunde weiter geschlossen bleibt; oder dass die Vereinigten Arabischen Emirate gemeinsam mit den USA die Straße von Hormus mit militärischer Gewalt zwangsweise wieder öffnen. Die Prioritäten und Fortschritte auf den einzelnen Wegen sind entscheidende Beobachtungsindikatoren für den künftigen Verlauf der Ölpreise.