Der Milliardär-Börsenguru Warren Buffett nahm Anfang 2026 offiziell das Amt des CEO von Berkshire Hathaway zurück und gab anschließend erstmals ein Interview für CNBC. In dem einstündigen Gespräch sagte Buffett angesichts der aktuellen Marktkorrektur offen: „Man findet im Moment nichts, was sich wirklich lohnt zu kaufen“, und er legte zudem die Gründe für den Verkauf von Apple-Aktien offen und räumte ein, dass er zu früh verkauft habe.
Börsen-Einstiegspunkte sind noch nicht da: Buffett wartet mit 350 Milliarden US-Dollar Cash
Angesichts dessen, dass der Dow-Industrieindex und der Nasdaq-Index beide in den Korrekturbereich gefallen sind und der S&P 500 in diesem Jahr um mehr als 7,5% gesunken ist, zeigte sich Buffett gelassen. Er betonte, Berkshire Hathaway habe in der Geschichte bereits drei Mal Rückgänge von über 50% erlebt: „Diese Art von Schwankungen ist im Grunde überhaupt nichts.“
Ob es angesichts der jüngsten Marktschwankungen potenziell vielversprechende Branchen gibt, brachte er es noch deutlicher auf den Punkt:
Im Aktienmarkt findet man derzeit immer noch nichts, das man kaufen sollte. Berkshire wird Kapital erst dann aktiv einsetzen, wenn es zu einem echten starken Einbruch am Markt kommt.
Derzeit hält Berkshire mehr als 350 Milliarden US-Dollar Cash, die vor allem in kurzfristigen US-Treasury-Bills angelegt sind. Das Unternehmen hat gerade erst am Montag bei der regulären Auktion US-Treasury-Bills im Volumen von 17 Milliarden US-Dollar gekauft. Buffett sagte zugleich, wenn er die Inflationszielvorgabe festlegen dürfte, sollte sie auf 0 statt auf die derzeitigen 2% gesetzt werden – was seine konsequente Haltung zur langfristigen Preisstabilität unterstreicht.
Apple zu früh verkauft, aber jetzt noch kein Zeitpunkt zum Aufstocken
Mit Blick auf die von der Öffentlichkeit stark beachtete Entscheidung, Apple (Apple) zu reduzieren, räumte Buffett ein: „Ich habe zu früh verkauft“, betonte aber, dass er im aktuellen Marktumfeld keine Rückkäufe in Erwägung zieht:
Wenn die Aktie günstiger wird, würde ich weiter aufstocken, aber im Moment hat sie noch nicht wirklich eine große Attraktivität.
Apple ist derzeit weiterhin die größte einzelne Beteiligung von Berkshire, mit etwa 230 Millionen Aktien (ein Marktwert von rund 55 Milliarden US-Dollar) und rund 20% seines gesamten Aktienanlageportfolios. Buffett erklärte, dass Apple damals fast die Hälfte seines Aktienanlageportfolios ausgemacht habe; das Risiko durch die übermäßige Konzentration habe ihn beunruhigt – dies sei der Hauptgrund für den Verkauf.
Trotzdem zollte er Apples CEO Tim Cook ausdrücklich Anerkennung. Er nannte ihn „einen hervorragenden Manager, der mit Menschen auf der ganzen Welt gut auskommt“, und hob hervor, dass Apple innerhalb aller Geschäftsbereiche von Berkshire das hochwertigste Asset sei. Beim Gewinn vor Steuern aus den Apple-Beteiligungen liege das Unternehmen bei über 100 Milliarden US-Dollar.
(Buffetts letzte Saison an der Spitze von Berkshire! Kürzt Apple und Bank of America, setzt auf Energie- und Versicherungsaktien)
Vertraut auf den Nachfolger Abel: „Man kann im Büro auch nicht viel machen“, meinte er offen
Der CEO Greg Abel (Greg Abel), der Ende 2025 offiziell die Nachfolge bei Berkshire antrat, erhielt ebenfalls hohe Anerkennung von Buffett. Er scherzte, dass Abel die Dinge, die Abel an einem Tag erledigen kann, sogar mehr seien als das, was er in seiner Hochphase innerhalb einer Woche geschafft hätte. Abel ist derzeit für die Aufsicht über ein Aktienanlageportfolio von rund 300 Milliarden US-Dollar bei Berkshire sowie über mehr als 200 Unternehmen zuständig.
Buffett verriet außerdem, dass er sich weiterhin täglich im Büro melden würde, aber angesichts seines Alters von 95 Jahren nicht allzu viele Aufgaben übernehmen würde.
Er sagte außerdem, dass auf der diesjährigen Hauptversammlung der Aktionäre von Berkshire im Mai keine Fragen von Aktionären mehr beantwortet werden. Stattdessen werden Abel und mehrere hochrangige Führungskräfte die Sitzung leiten, während er selbst im Publikum sitzen werde.
Die Epstein-Akten verändern Pläne für Spenden, die Beziehung zu Bill Gates ist offenbar anders geworden
Im Interview reagierte Buffett erstmals öffentlich auf die möglichen Auswirkungen der Veröffentlichung der Akten zu Jeffrey Epstein auf seine Pläne für wohltätige Spenden. Er sagte, seit der Veröffentlichung habe er noch nicht Bill Gates persönlich getroffen oder telefoniert. Hinsichtlich der Frage, ob er weiterhin an die Bill & Melinda Gates Foundation spenden soll, habe er derzeit die Haltung „abwarten und schauen“. Die nächste große Spende sei für den kommenden Juni geplant. Seit 2006 habe Buffett insgesamt knapp 50 Milliarden US-Dollar an die Gates Foundation gespendet.
Er beschrieb, „Epstein war gut darin, die Schwachstellen von jedem zu finden und sie auszunutzen“, und zeigte sich erleichtert, dass er nie mit ihm zu tun hatte: „Gott sei Dank bin ich diesem Mann nie nahegekommen.“
Er erwähnte außerdem ausdrücklich, dass sogar der ehemalige CEO des früheren Investmentbank-Giganten Bear Stearns, Alan „Ace“ Greenberg, ein so scharfsinniger Manager, von Epstein getäuscht und dann sogar eingestellt worden sei – um dadurch zu verdeutlichen, wie tief dessen Geschäftskunst bzw. Einfluss gewesen sei.
Dieser Artikel erschien zuerst bei 链新闻 ABMedia: Buffett tritt zurück und gibt erstmals ein Interview nach dem Rücktritt: Im aktuellen Aktienmarkt gibt es nichts, was sich lohnt zu kaufen, Apple wurde zu früh verkauft.