Die Aktien von Samsung Electronics verzeichneten am Dienstagmorgen einen kräftigen Schub, nachdem das Unternehmen einen Rekord-Quartalsgewinn prognostiziert hatte, befeuert durch den massiven Boom bei KI-Hardware. Die Aktie stieg im Tagesverlauf um bis zu 4,8%, bevor sie sich bei einem Plus von 1,76% zum Handelsschluss einpendelte.
Zusammenfassung
Laut ersten Schätzungen rechnet Samsung im ersten Quartal mit einem operativen Gewinn von rund 57,2 Billionen Won, was etwa 37,8 Milliarden US-Dollar entspricht. Um diese enorme Zahl ins Verhältnis zu setzen: Sie ist mehr als achtmal so hoch wie das, was das Unternehmen im gleichen Zeitraum im vergangenen Jahr erwirtschaftet hat.
Wenn diese Zahlen Bestand haben, setzt das für das Unternehmen einen völlig neuen Quartalsrekord. Der prognostizierte Gewinn liegt nahezu dreimal so hoch wie ihr bisheriger Allzeithoch-Wert und übertrifft mühelos die 42,3 Billionen Won, die Analysten ursprünglich erwartet hatten.
Auch auf der Umsatzseite sieht es sehr beeindruckend aus. Samsung erwartet, dass die Verkäufe etwa 133 Billionen Won erreichen, was einem Anstieg von fast 70% im Jahresvergleich entspricht. Das würde außerdem zum ersten Mal bedeuten, dass der Quartalsumsatz des Unternehmens jemals die Schwelle von 100 Billionen Won überschreitet.
MS Hwang, ein Research-Analyst bei Counterpoint Research, sagte gegenüber CNBC, dass die neuesten Zahlen von Samsung so gewaltig seien, dass sie mittlerweile das Ausmaß globaler Big-Tech-Giganten erreichen.
Der positive Ausblick hängt größtenteils mit der Nachfrage nach Hochbandbreitenspeicher, also HBM, zusammen – einer entscheidenden Komponente, die in Beschleunigern von Unternehmen wie NVIDIA und AMD verwendet wird, um KI-Workloads mit künstlicher Intelligenz zu ermöglichen. Die Expansion von Rechenzentren und das schnelle Wachstum beim Training von KI-Modellen haben die Speicheranforderungen deutlich erhöht, was das Angebot verknappt und die Preise nach oben treibt.
Branchenprognosen zufolge werden die Speicherpreise, die an Anwendungen in Rechenzentren gekoppelt sind, in den kommenden Monaten weiter steigen. Der Kurs der Gewinne von Samsung zeigt, wie stark der KI-Boom in die finanzielle Performance durchgeschlagen ist: Speichchips bilden das Herzstück seines Gewinnmotors.
Die Nachfrage nach HBM ist im vergangenen Jahr stark gestiegen, was zu Angebotsengpässen im gesamten Speichermarkt geführt und sowohl die Preise als auch die Versandmengen deutlich angetrieben hat. Hwang wies darauf hin, dass sich die Rohstoffpreise für Speicher im zweiten Quartal um mehr als 50% erhöhen könnten, wobei enge Angebotsbedingungen voraussichtlich fortbestehen werden.
Samsung versucht außerdem, nach dem Verlust der frühen Führungsrolle in diesem Segment wieder Boden im Bereich Hochbandbreitenspeicher gutzumachen – nachdem der heimische Rivale SK Hynix schneller fortschrittlichen KI-Speicher liefern konnte.
Die Sparte Device Solutions, in der das Geschäft mit Speichchips gebündelt ist, machte 2025 39% des gesamten Umsatzes und 57% des operativen Gewinns aus und unterstreicht damit die Bedeutung des Segments für die Gesamtergebnisse.
Das Unternehmen wird diesen Monat später seinen vollständigen Ergebnisbericht veröffentlichen. Während die aktuellen Prognosen auf eine starke Entwicklung hindeuten, bestehen weiterhin externe Risiken.
Die zunehmenden Spannungen im Nahen Osten beginnen, die Lieferketten in der Halbleiterindustrie zu stören, wobei Lieferungen wichtiger Materialien wie Helium Verzögerungen verzeichnen.
Der Konflikt USA–Israel, der den Iran einbezieht, hat die Sorge erhöht, dass der Zugang zu diesen Inputs, die für die Chipproduktion unerlässlich sind, schwieriger wird – und damit das Risiko operativer Herausforderungen für große Hersteller wie Samsung Electronics und SK Hynix.
„Wenn der Konflikt im Nahen Osten schnell endet, wird das die Gewinne nicht nennenswert beeinträchtigen. Wenn er jedoch mehrere Monate oder länger andauert, wird das schwerwiegende Folgen haben“, sagte Hwang.