Der US-Vizepräsident J.D. Vance (JD Vance) erklärte am Dienstag in Ungarn öffentlich, dass die zwischen den USA und dem Iran gerade erzielte Waffenruhe lediglich einen „fragilen Waffenstillstand“ darstelle, und deutete an, dass es während des Verhandlungsprozesses unaufrichtige Gegenspieler gebe. Dadurch wird der lang ersehnte Stopp der Kämpfe im Nahen Osten zusätzlich von Unsicherheit überlagert.
Zwei Wochen Waffenruhe lösen weltweite Marktreaktionen aus
Laut einem Bericht von CNBC wurde diese Waffenruhe am Dienstag offiziell bekannt gegeben. Beide Seiten einigten sich darauf, die militärischen Angriffe für zwei Wochen auszusetzen. Die Meldung sorgte unmittelbar nach der Veröffentlichung für eine positive Reaktion an den globalen Finanzmärkten: Die wichtigsten Aktienindizes zeigten deutliches Auf und Ab, und auch die Öl-Futures-Preise schwankten entsprechend.
Doch die Aussagen von Vance kühlten die optimistische Stimmung der Märkte spürbar aus. Bei einer Rede in Budapest, wo er für den Ministerpräsidenten Orbán (Viktor Orbán) Wahlkampf machte, ordnete er die Waffenruhe klar als vorübergehende Maßnahme ein – nicht als Grundlage für einen langfristigen Frieden.
Vance: Die Reaktion des iranischen Außenministers ist positiv, aber „jemand lügt“
In seiner Rede verriet Vance, dass der Verhandlungsprozess zwischen den USA und dem Iran nicht reibungslos verlaufen sei. Er sagte, die Reaktion des iranischen Außenministers auf die Waffenruhe sei „gut“ gewesen, was zeige, dass die iranische Seite zumindest auf der Oberfläche zur Zusammenarbeit bereit sei. Doch dann schlug er eine andere Richtung ein und warf anderen Beteiligten in den Verhandlungen vor, „zu lügen“, was darauf hindeutet, dass die Stabilität der Waffenruhe weiterhin durch Faktoren auf mehreren Ebenen bedroht ist.
Diese Äußerungen lösten außerhalb die Frage aus, ob die Waffenruhe andauern kann. Analysten wiesen darauf hin, dass Vances Wortwahl beim US-amerikanischen Teil noch Zweifel an der Aufrichtigkeit der iranischen Seite erkennen lasse. Ob das Zeitfenster für eine Waffenruhe von zwei Wochen sich in einen längerfristigen Friedensrahmen ausweiten lässt, ist derzeit noch ungewiss.
Trump übt diese Woche harten Druck aus: Ohne Abkommen wird „die gesamte Zivilisation“ zugrunde gehen
Besonders bemerkenswert ist, dass US-Präsident Donald Trump bereits vor dem Zustandekommen der Waffenruhe, in dieser Woche zuvor, eine äußerst harte Warnung ausgesprochen hatte. Er erklärte, falls die beiden Seiten keine Einigung über ein Abkommen erzielen könnten, „würde die gesamte Zivilisation zugrunde gehen“. Diese apokalyptische Formulierung wird als Verhandlungsstrategie angesehen, mit der Trump dem Iran den maximalen Druck machen wollte – mit dem Ziel, ihn dazu zu bringen, am Verhandlungstisch weitere Zugeständnisse zu machen.
In seiner Rede in Ungarn ergänzte Vance außerdem, dass die USA ihr zentrales militärisches Ziel erreicht hätten – die Fähigkeit, einen konventionellen Krieg vonseiten der iranischen Streitkräfte zu zerschlagen. Das bedeutet: Selbst wenn die Waffenruhe letztlich bricht, geht die US-Seite davon aus, dass sie auf militärischer Ebene einen strategischen Vorteil erlangt hat.
Die Aussichten auf die Waffenruhe sind voller Unwägbarkeiten
Insgesamt lässt sich festhalten: Obwohl die Märkte auf die Nachricht von der Waffenruhe positiv reagierten, zeigt sich aus Vances Aussagen heraus, dass man im Weißen Haus die Haltbarkeit dieser Vereinbarung nicht übermäßig optimistisch beurteilt. Die Frist für die Waffenruhe von zwei Wochen läuft im Nu ab. Die internationale Gemeinschaft beobachtet derzeit genau, ob die USA und der Iran in dieser Zeit genügend gegenseitiges Vertrauen aufbauen können, um die vorübergehende Waffenruhe in ein formelles Friedensabkommen zu überführen. Die Trump-Regierung zeigt einerseits militärische Stärke und versucht andererseits zugleich, durch diplomatische Mittel Verhandlungsspielraum zu schaffen. Ob diese „Doppelspur-Strategie“ letztlich erfolgreich ist, bleibt abzuwarten.
Dieser Artikel, in dem Vance den Waffenstillstand des Iran als „fragilen Waffenstillstand“ bezeichnet und Trump warnt, dass ohne Abkommen die Zivilisation vernichtet werde, erschien zuerst bei Kettennews ABMedia.