Was ist Swapping und wie wirkt es sich auf die Gewinne der Trader aus

Für Trader, die ihre Gewinne steigern möchten, wird das Swapping oft übersehen, obwohl es still und heimlich Gewinne auffressen kann. Daher ist es eine wichtige Fähigkeit, zu verstehen, was Swapping ist, wie man es berechnet und wie man es effektiv managt. Diese Methode hilft Ihnen, Ihre Trades vernünftig zu planen, ohne dass versteckte Kosten Sie später überraschen.

Wie viel Schaden verursacht dieses versteckte Kosten?

Neben Spread und Kommission ist das Swapping eine weitere Gebühr, die oft ignoriert wird – besonders bei Anfängern. Stellen Sie sich vor, Sie erzielen einen Gewinn von 30 USD durch Preisunterschiede, aber wenn Sie Ihre Position drei Nächte halten, werden 26 USD durch Swapping abgezogen. Ihr Nettogewinn beträgt dann nur noch 4 USD. Das erklärt, warum viele Trader das Handeln als sehr schwierig empfinden, obwohl sie bei einzelnen Trades Gewinne erzielen.

Das Verständnis dieser Kosten ist nicht nur wichtig, um Verluste zu vermeiden, sondern auch, um die richtige Strategie zu wählen. Kurzfristige Trader, die Positionen nur wenige Minuten oder Stunden halten, sind kaum vom Swapping betroffen. Langfristige Trader, die Wochen oder Monate halten, müssen diese Kosten jedoch ernsthaft berücksichtigen, um ihre Gewinne zu sichern.

Grundprinzip des Swappings: Zinsdifferenz zwischen Währungen

Wenn wir das Swapping auf das Wesentliche reduzieren, ist es nicht so kompliziert, wie es scheint. Swapping ist eine Gebühr für das Übernacht-Halten einer Position, die aus der Zinsdifferenz zwischen den beiden Währungen entsteht, die Sie handeln.

Beim Handel mit Währungspaaren wie EUR/USD leihen Sie im Grunde eine Währung, um die andere zu kaufen. Wenn Sie eine Long-Position (Kauf) auf EUR/USD eröffnen, kaufen Sie EUR und leihen USD. Bei einer Short-Position (Verkauf) leihen Sie EUR und halten USD. Jede Währung hat ihren eigenen Leitzins, festgelegt von der Zentralbank des jeweiligen Landes, z.B. die Fed für USD oder die EZB für EUR. Wenn Sie eine Währung leihen, zahlen Sie Zinsen, und wenn Sie eine Währung halten, erhalten Sie Zinsen. Die Differenz zwischen diesen beiden Zinsen ist das Swapping.

Beispiel: Der Zinssatz für EUR beträgt 4,0% p.a., für USD 5,0% p.a. Wenn Sie EUR/USD kaufen (EUR kaufen, USD leihen), erhalten Sie EUR-Zinsen (4,0%) und zahlen USD-Zinsen (5,0%). Die Differenz ist -1,0% p.a., was bedeutet, dass Sie eine negative Swapping-Gebühr haben. Umgekehrt, wenn Sie EUR/USD verkaufen (EUR leihen, USD halten), erhalten Sie USD-Zinsen (5,0%) und zahlen EUR-Zinsen (4,0%), also eine positive Differenz von +1,0% p.a., was Ihnen ein positives Swapping bringt.

In der Realität agieren Broker als Mittelsmänner bei der Kreditaufnahme. Sie fügen ihre eigenen Verwaltungsgebühren in den tatsächlichen Swapping-Satz ein. Daher ist es möglich, dass Sie trotz eines positiven theoretischen Swappings tatsächlich nur eine geringere Summe oder sogar eine negative Gebühr erhalten, wenn die Brokerkosten hoch sind. Das erklärt, warum das Swapping bei Long- und Short-Positionen nie exakt gleich ist.

Wie liest und berechnet man die Swapping-Kosten auf der Handelsplattform?

Wichtig ist, die Swapping-Rate des Assets zu kennen, bevor man eine Position eröffnet. Die Methode variiert je nach Plattform.

Bei Standardplattformen wie MT4 oder MT5 gehen Sie zum Market Watch-Fenster, rechtsklicken auf das Asset (z.B. EUR/USD), wählen „Specification“ und suchen nach „Swap Long“ und „Swap Short“. Die Werte sind meist in Punkten (Points), die in die tatsächlichen Kosten umgerechnet werden müssen.

Bei neueren Brokern wie Mitrade ist die Anzeige einfacher: Wählen Sie das Asset, und im Handelsfenster finden Sie unter „Einführung“ oder „Information“ den Punkt „Overnight Fee“ oder „Übernacht-Gebühr“. Hier wird der Swapping-Satz in Prozent (%) pro Nacht angezeigt, z.B. -0,015% oder +0,008%. Diese klare Angabe erleichtert die Berechnung erheblich.

Zur Berechnung des tatsächlichen Swapping-Kosten gibt es zwei Hauptmethoden, abhängig von der Anzeige:

  1. Wenn in Punkten (Points) angegeben:
    Swapping (in USD) = (Swap Rate in Points) × (Wert eines Points)
    Beispiel: Sie handeln 1 Lot EUR/USD, Swap Long = -8,5 Points, 1 Pip (10 Points) = 10 USD, also 1 Point = 1 USD.
    Berechnung: (-8,5) × 1 USD = -8,5 USD pro Nacht.
    Bei 3 Nächten (z.B. Mittwoch bis Freitag): -8,5 USD × 3 = -25,5 USD.

  2. Wenn in Prozent (%) angegeben:
    Swapping (in USD) = (Gesamtwert der Position) × (Swap % / 100)
    Gesamtwert der Position = (Lot-Anzahl) × (Kontraktgröße) × (aktueller Kurs)
    Beispiel: Kaufen 1 Lot EUR/USD bei 1,0900, Swap Rate = -0,008%.
    Berechnung:
    Wert der Position: 1 × 100.000 × 1,0900 = 109.000 USD
    Kosten: 109.000 × (-0,008 / 100) = -8,72 USD pro Nacht
    Bei 3 Nächten: -8,72 USD × 3 = -26,16 USD.

Wichtig: Das Swapping wird auf den vollen Positionswert berechnet, nicht nur auf die Margin. Bei hoher Hebelwirkung (z.B. 1:100) ist die tatsächliche Kostenbelastung im Verhältnis zur Margin deutlich höher, was das Risiko erhöht, dass das Swapping die Margin aufzehrt, selbst wenn sich der Kurs kaum bewegt.

Warum verlieren wir meistens beim Swapping?

Viele fragen: Warum verlieren wir meist beim Swapping, obwohl wir eigentlich positive Zinsen erhalten sollten? Das liegt daran, dass bei Halten einer Position über das Wochenende (z.B. Mittwoch bis Montag) die Abrechnung oft den Zeitraum Freitag bis Montag umfasst, also drei Tage. Da der Forex-Markt am Wochenende geschlossen ist, leihen Sie sich effektiv Geld für die drei Tage, was zu einem „3-Tage-Swap“ führt. Das ist der Grund, warum viele Trader den „3-Day Swap“ nicht beachten.

Manche Broker verwenden auch andere Tage, z.B. Freitag, je nach Asset und Brokerpolitik. Es ist wichtig, dies bei Ihrem Broker zu prüfen, um die tatsächlichen Kosten richtig zu planen.

Außerdem gilt das Swapping auch für andere Assets wie CFDs auf Aktien, Indizes oder Rohstoffe. Die Berechnung basiert meist auf den jeweiligen Zinsen der Währung, in der das Asset denominiert ist, z.B. US-Aktien mit USD-Zinsen minus Broker-Gebühren. Bei Rohstoffen wie Gold oder Öl ist die Berechnung komplexer, z.B. basierend auf Lagerkosten oder Futures-Rollover. Bei Kryptowährungen orientiert sich das Funding meist an den Market Rates auf den jeweiligen Exchanges, die sehr volatil sein können.

Carry-Trade-Strategie: Das Swapping als Chance statt Risiko nutzen

Wenn Sie das Swapping verstehen, erkennen Sie, dass es nicht nur Risiken birgt, sondern auch Chancen. Die klassische Strategie ist der „Carry Trade“: Man leiht sich eine Währung mit sehr niedrigen Zinsen (z.B. JPY oder CHF) und kauft eine Währung mit hohen Zinsen (z.B. MXN oder TRY). Ziel ist es, täglich die positiven Zinsen (Swapping) zu erhalten.

Beispiel: Sie eröffnen eine Long-Position auf AUD/JPY (Kauf AUD, Leihen JPY). Wenn der Swapping-Long positiv ist, erhalten Sie jeden Tag Zinsen. Viele Trader nutzen diese Strategie, um zusätzliches Einkommen zu generieren.

Das Risiko besteht darin, dass Wechselkursschwankungen die Gewinne schmälern oder sogar in Verluste umkehren können. Wenn der Kurs gegen Sie läuft, könnten die Verluste aus der Wechselkursbewegung die Zinsgewinne übersteigen. Daher ist Carry Trade am besten in stabilen Märkten geeignet.

Alternativ bieten viele Broker auch „Swap-Free“-Konten an, die auf islamischen Prinzipien basieren und keine Zinskosten erheben. Diese Konten sind ideal für muslimische Trader oder Swing- und Position-Trader, die längere Positionen halten möchten, ohne sich um Swapping-Gebühren sorgen zu müssen. Allerdings erheben Broker oft höhere Spreads oder feste Gebühren, um die fehlenden Zinsen auszugleichen.

Zusammenfassung: Swapping richtig managen für jeden Trading-Stil

Das Verständnis, was Swapping ist und wie es Ihre Gewinne beeinflusst, trennt erfolgreiche Trader von denen, die scheitern. Es ist kein bloßer Nebenkostenfaktor, sondern ein wichtiger Bestandteil der Trading-Planung.

Kurzfristige Trader, die Scalping oder Day-Trading betreiben, sind kaum betroffen, da sie Positionen nur Minuten oder Stunden halten. Langfristige Trader, die Wochen oder Monate halten, sollten das Swapping jedoch genau im Blick haben. Sie sollten entweder nur die Seite handeln, die positives Swapping bietet, Carry-Trade-Strategien nutzen oder auf Swap-Free-Konten setzen.

Abschließend ist die Wahl eines transparenten Brokers, der klare Informationen zum Swapping bietet, wie Mitrade, entscheidend. So können Sie Ihre Trades sorgfältig planen, ohne von versteckten Kosten überrascht zu werden.

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