Dem Prognosemarkt Polymarket wird nachgesagt, ein internes Market-Making-Team anzuwerben – Casino-Betreiber und Buchmacher zugleich?

ChainNewsAbmedia
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Der führende Prognosemarkt Polymarket soll Berichten zufolge derzeit ein internes Market-Making-Team aufbauen, das möglicherweise direkt gegen Nutzer am Markt wettet. Diese Strategie soll ursprünglich die Liquidität erhöhen, rückt das Unternehmen jedoch in die Nähe der rechtlichen und vertrauensbezogenen Kontroversen, mit denen Konkurrent Kalshi konfrontiert ist – darunter Interessenkonflikte und Neutralitätsprobleme wie Quotenmanipulation. Gleichzeitig verändert der Einstieg von Großanlegern und professionellen Market Makern das Machtgefüge der Prognosemärkte grundlegend.

Polymarket rekrutiert internes Market-Making-Team – Wetten gegen die Nutzer?

Einem Bericht von Bloomberg zufolge rekrutiert Polymarket aktiv Mitglieder mit professioneller Handelserfahrung, um ein internes Market-Making-Team zu bilden. Dieses soll künftig auf der Plattform direkt Orders platzieren und wenig gehandelte oder riskantere Positionen übernehmen, um Liquiditätslücken zu schließen und die Markttiefe zu stabilisieren.

Damit bewegt sich die Prognosemarkt-Plattform vom bloßen Vermittler schrittweise hin zum klassischen Buchmacher-Modell mit Casino-ähnlichen Strukturen, was große Aufmerksamkeit auf sich zieht.

Im Jahr 2022 wurde Polymarket wegen Regelverstößen zu einer Strafe von 1,4 Millionen US-Dollar verurteilt und musste sich vom US-Markt zurückziehen. Nun hat das Unternehmen erneut eine Regulierungslizenz erhalten und darf wieder in den USA operieren.

(Polymarket erhält CFTC-Genehmigung und kehrt als regulierte Vermittlungsbörse auf den US-Markt zurück)

Warnung aus der Vergangenheit: Kalshi internes Market-Making zieht Sammelklagen und Interessenkonflikte nach sich

Erst letzte Woche verwickelte Kalshi seine Market-Making-Tochter Kalshi Trading in mehrere Klagen. Offiziell hieß es, Ziel sei es, die Liquidität zu erhöhen und das Nutzererlebnis zu verbessern.

Laut Berichten werfen die Sammelklagen dem Unternehmen vor, die Quoten am Markt zu manipulieren und Nutzer in eine nachteilige Position gegenüber professionellen institutionellen Gegenparteien zu bringen, was ein Informationsungleichgewicht schafft. Kritiker meinen, das Modell entferne sich zunehmend von einer neutralen Matching-Plattform und ähnele stattdessen einem klassischen, aber nicht lizenzierten Sportwettenanbieter.

Obwohl Kalshi-Mitbegründerin Luana Lopes Lara diese Vorwürfe als Rufschädigung zurückweist und betont, dass das interne Market-Making-Team keine Gewinne erziele oder Sonderbehandlungen erhalte, hält die Kontroverse an.

(Kalshi wird beschuldigt, eine illegale Wettplattform zu betreiben und als Buchmacher gegen Privatanleger zu agieren: Wird Regulierung zum Stolperstein im Geschäft?)

Polymarkets Neutralität auf dem Prüfstand: Können Großanleger und Market Maker die Liquidität sichern?

Das Wachstum von Polymarket ist rasant, doch angeblich stützt sich das Unternehmen stark auf Großanleger und externe Market Maker zur Bereitstellung von Liquidität.

Community-Recherchen haben gezeigt, dass Wallet-Aktivitäten großer Market Maker wie Wintermute und Jump Trading stark mit der Plattform korrelieren, was die Sorge schürt, dass wenige Spieler die Gesamtentwicklung maßgeblich beeinflussen könnten.

Mit dem verstärkten Einstieg institutioneller Akteure stellen sich neue Fragen für Polymarket, das bisher mit „Schwarmintelligenz“ und „Truth Discovery Engine“ warb: Ist die Plattform weiterhin ein neutraler Informationsmarkt, oder entwickelt sie sich zunehmend zu einem weiteren Buchmacher mit ausgeklügelten Quotenberechnungen?

(Wettplattform oder Wahrheitsmaschine? Polymarket-Prognosemarkt wird wegen möglicher Manipulation und „UMA-Wal“ in eine Vertrauenskrise gestürzt)

Die nächste Weggabelung für Prognosemärkte: Finanzinstrument oder Glücksspielplattform?

Mit der Zulassung von Polymarket und Kalshi durch US-Regulierungsbehörden rücken Prognosemärkte rasch in den Mainstream. Doch die Rolle der Market Maker, die Intervention der Plattform in die Preisbildung und Informationsvorteile bestimmter Trader stellen die Grundidee der Schwarmintelligenz zunehmend infrage.

So wurde kürzlich bekannt, dass ein Google-Mitarbeiter mehrmals mit Insiderinformationen bei Polymarket wettete – und von 23 Wetten 22 gewann, an einem Tag eine Million US-Dollar verdiente.

Obwohl Plattformen argumentieren, Market Maker würden die Liquidität sicherstellen und den Handel reibungsloser gestalten, besteht die Gefahr, dass sie regulatorisch erneut ins Graubereich geraten und das Vertrauen der Nutzer in ihre Echtheit untergräbt.

Dieser Artikel Prognosemarkt Polymarket soll internes Market-Making-Team rekrutieren – wird die Plattform zum Casino und Buchmacher? erschien zuerst bei Chain News ABMedia.

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