Franklin Templeton und SWIFT treiben die Tokenisierung in den Mainstream-Finanzsektor voran

Für Franklin Templeton beginnt die Tokenisierung mit vertrauten Finanzprodukten anstatt mit experimentellen Vermögenswerten. Chetan Karkhanis erklärte, dass die Kernidee darin besteht, traditionelle Instrumente „billiger, besser und schneller“ zu machen, indem sie direkt auf Blockchain-Netzwerken platziert werden. Die Strategie des Unternehmens konzentriert sich darauf, bestehende Märkte zu verbessern, anstatt sie neu zu erfinden.

Eines der Hauptziele ist der Bereich der Geldmarktfonds, ein Markt im Wert von etwa 10 Billionen US-Dollar, der hauptsächlich aus kurzfristigen US-Staatsanleihen und Rückkaufvereinbarungen besteht. Durch die direkte Ausgabe von Fondsanteilen auf öffentlichen Blockchains und deren Verteilung über Self-Custody-Wallets und Börsen will Franklin Templeton kontinuierliche Liquidität bereitstellen. Das Verschieben dieser Vermögenswerte auf die Blockchain könnte auch die Betriebskosten senken, einschließlich der Gebühren für die Aktionärsbetreuung, die typischerweise zwischen fünf und 15 Basispunkten liegen.

SWIFT Erforscht Tokenisierte Einlagen und 24/7-Abwicklung

Im Zahlungsverkehr entwickelt SWIFT eine Infrastruktur zur Unterstützung tokenisierter Einlagen, also digitaler Darstellungen traditioneller Bankguthaben. Devendra Verma aus der Division für digitale Vermögenswerte bei SWIFT erklärte, dass Banken weiterhin Fiat-Einlagen in ihrer Bilanz halten würden, während sie entsprechende Token ausgeben, um diese Guthaben on-chain darzustellen. Laut Verma modernisiert dieser Ansatz die Zahlungsinfrastruktur, ohne die grundlegende Struktur des Bankensystems zu verändern.

SWIFT, das mehr als 11.500 Finanzinstitute weltweit verbindet, baut eine blockchain-basierte Koordinationsschicht auf, die Zentralbank-Digitalwährungen, tokenisierte Einlagen und andere regulierte digitale Vermögenswerte verknüpfen soll. Obwohl etwa 75 % der SWIFT-Zahlungen bereits innerhalb von Minuten abgewickelt werden, ist das nächste Ziel, Cut-off-Zeiten und Feiertagsverzögerungen zu eliminieren, um eine kontinuierliche, rund um die Uhr laufende Abwicklung zu ermöglichen.

Tokenisierte Vermögenswerte Bleiben ein Kleiner Bruchteil des globalen Vermögens

Trotz wachsender Dynamik stellen tokenisierte Vermögenswerte noch immer nur einen kleinen Anteil am globalen Vermögen dar. Derzeit existieren etwa 300 Milliarden US-Dollar in Stablecoins und rund 40 Milliarden US-Dollar in tokenisierten Staatsanleihen und anderen realen Vermögenswerten on-chain. Im Vergleich dazu übersteigt das weltweite Vermögen 200 Billionen US-Dollar, was zeigt, wie früh die Umstellung noch ist.

Regulatorische Klarheit bleibt eine zentrale Herausforderung. Verma betonte die Bedeutung einheitlicher Standards für Rechnungslegungspraktiken, Compliance-Anforderungen und Bilanzierung, bevor eine breitere institutionelle Akzeptanz erfolgen kann. Sicherheit und Governance stellen ebenfalls Herausforderungen dar. Jean-François Rochet von Ledger wies darauf hin, dass das Management von institutionellen Schlüsseln ebenso eine kulturelle wie eine technische Hürde ist.

Obwohl Blockchain-Technologie ursprünglich aus einer Vision der Finanzdisintermediation entstand, deuteten die Panelteilnehmer an, dass das wahrscheinliche Ergebnis ein hybrides Modell sein wird. Dezentrale Zugänge könnten ausgeweitet werden, doch traditionelle Finanzinstitute dürften weiterhin zentrale Akteure bleiben—vorausgesetzt, sie können ihre Rollen innerhalb eines programmierbareren und digitalisierten Finanzsystems neu definieren.

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