Der ProShares Geldmarktfonds ETF GENIUS (IQMM) hat den Markt erschüttert, als er am ersten Tag nach seiner Einführung ein Handelsvolumen von bis zu 17 Milliarden USD verzeichnete. Dies ist eine bisher beispiellose Rekordzahl für einen ETF. Das Produkt wurde entwickelt, um in kurzfristige Schulden der US-Regierung zu investieren, und bietet ein äußerst geringes Risiko, vergleichbar mit dem Halten von Bargeld.
Dieses Produkt wurde geschaffen, um Finanzinstitutionen zu dienen, einschließlich Stablecoin-Emittenten, als sichere Geldaufbewahrungsmöglichkeit mit geringem Ertrag. Experten für Marktstrukturen sind jedoch der Ansicht, dass diese enorme Zahl nicht die Explosion privater Investoren widerspiegelt, sondern das Ergebnis einer groß angelegten internen Umschichtung von Unternehmensreserven ist.
Eric Balchunas, leitender ETF-Analyst bei Bloomberg, verglich dieses Ereignis mit dem früheren Erfolg des Bitcoin-ETF IBIT, herausgegeben von BlackRock, der am ersten Tag ein Handelsvolumen von 1 Milliarde USD erreichte – eine Zahl, die zuvor als beispiellos galt. IBIT ist derzeit der größte Bitcoin-ETF der Welt mit über 50 Milliarden USD verwaltetem Vermögen.
Allerdings betonte Balchunas, dass die Einführung von IQMM „alle bisherigen Rekorde für einen ETF übertroffen hat.“
„Ich habe die Einschätzung dieses ETF zunächst falsch eingeschätzt. Anfangs dachte ich, es würde nur ein Nischenprodukt sein, da der Markt bereits Alternativen wie $BIL oder $SHV für Geldmarktfonds bietet“, teilte er auf X, ehemals Twitter, mit.
Seiner Ansicht nach ist der Erfolg von IQMM ein klarer Beweis für die Strategie „Bring Your Own Assets“ (BYOA), bei der institutionelle Kunden im Voraus ihre bestehenden Vermögenswerte in eine streng verwaltete ETF-Struktur übertragen.
Ursprünglich spekulierten viele Branchenexperten, dass ProShares eine große Vereinbarung mit einem führenden Stablecoin-Emittenten wie Circle, mit Sitz in Boston, getroffen hat.
„Es ist sehr wahrscheinlich, dass ProShares eine Vereinbarung mit einem der größten Stablecoin-Emittenten in den USA geschlossen hat. Aufgrund der Vermögensgröße ist Circle wahrscheinlich der Partner“, schätzte Nate Geraci, Präsident von NovaDius Wealth Management.
Das ist durchaus plausibel, da IQMM kein gewöhnlicher Geldmarktfonds ist, sondern ein speziell entwickeltes Finanzinstrument, das strenge gesetzliche Anforderungen erfüllt. Der Fonds wurde so konzipiert, dass er die strengen Reserve-Standards erfüllt, die durch den GENIUS Act, das Gesetz zur Förderung und Innovation im Stablecoin-Bereich, geregelt sind.
Dieses Gesetz, das im vergangenen Jahr verabschiedet wurde, verlangt von US-Stablecoin-Emittenten, eine 1:1-Reservenquote mit hochliquiden Vermögenswerten aufrechtzuerhalten. Zudem begrenzt es die Laufzeit von US-Staatsanleihen auf maximal 93 Tage, um Panikverkäufe in volatilen Marktphasen zu vermeiden.
Balchunas enthüllte jedoch eine weniger glamouröse, aber strategisch wichtige Tatsache: Das rekordverdächtige Kapital, das in IQMM fließt, stammt tatsächlich aus den internen Fonds von ProShares.
„Das Geld kommt im Wesentlichen aus dem Inneren des Unternehmens. Die Fonds von ProShares nutzen derzeit alle IQMM, um Bargeld zu verwalten. Das ist eine typische BYOA-Strategie, die nicht so auffällig ist, aber sehr clever, weil man keine Gebühren an eine andere Fondsfirma zahlen muss“, erklärte er weiter.
Trotzdem schätzt die Krypto-Research-Firma 10X Research, dass die beeindruckende Einführung von IQMM ein Zeichen dafür ist, dass die Reserven der Stablecoins schnell in transparentere Finanzstrukturen umgeleitet werden könnten.
Laut 10X Research stellt IQMM von ProShares einen revolutionären Schritt dar, der den traditionellen Finanzmarkt mit der digitalen Vermögensökonomie verbindet. Der Fonds ermöglicht es Stablecoin-Emittenten, ihre Dollar-Reserven in eine hochliquide, transparente und streng verwaltete ETF-Struktur zu übertragen. Dies reduziert das Risiko mangelnder Transparenz erheblich und eliminiert die operative Belastung, die mit der Verwaltung komplexer und individueller Portfolios verbunden ist.
„Dies ist ein bedeutender Fortschritt, weil es die Institutionalisierung der Wertstabilität von Stablecoins fördert, das Risiko mangelnder Transparenz verringert und die Möglichkeit bietet, Hunderte Milliarden Dollar an Stablecoin-Reserven in den US-Staatsanleihenmarkt im Rahmen des GENIUS-Gesetzes zu lenken“, so die Analyse des Unternehmens.
Durch die Institutionalisierung der Stablecoin-Reserven hat das traditionelle US-Finanzsystem erfolgreich die Geldbasis des Krypto-Bereichs in den nationalen Finanzrahmen integriert. Dies stärkt nicht nur die Transparenz der Stablecoins, sondern eröffnet auch eine neue Ära der Integration zwischen traditioneller Finanzwelt und digitaler Wirtschaft.