Vitalik Buterin warnt, dass das Ethereum-Upgrade das Risiko der Zentralisierung verschieben könnte

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Vitalik Buterin skizziert die zukünftige Block-Erstellung bei Ethereum und warnt, dass Upgrades wie ePBS zentrale Risiken verschieben, anstatt sie zu beseitigen.

Ethereum-Mitbegründer Vitalik Buterin hat neue Bedenken hinsichtlich der Block-Erstellungs-Pipeline des Netzwerks geäußert.

In einem ausführlichen Beitrag auf X skizzierte Buterin mehrere geplante Upgrades für Ethereum. Er betonte, dass diese Änderungen in einigen Bereichen die Dezentralisierung verbessern, die Risiken jedoch an anderer Stelle verschieben.

Die Upgrades reichen von Änderungen im Protokoll bis hin zu Anonymisierungstools auf Netzwerkebene.

ePBS und FOCIL: Die erste Verteidigungslinie von Ethereum

Buterin erklärte, dass Glamsterdam, das kommende Upgrade von Ethereum, die verankerte Proposer-Builder-Trennung (ePBS) einführen wird.

Dieses Mechanismus ermöglicht es Block- proposern, Arbeiten an einen freien und offenen Markt von Block-Buildern auszulagern. Ziel ist es, eine Zentralisierung der Block-Builder zu verhindern, die in die Staking-Zentralisierung übergreift.

Buterin machte jedoch deutlich, dass ePBS allein die Zentralisierung der Block-Builder nicht löst. Es trennt lediglich die beiden Anliegen. Diese Unterscheidung ist entscheidend für die zukünftige Entwicklung des Sicherheitsmodells von Ethereum.

Um diese Lücke zu schließen, verwies Buterin auf FOCIL, was für Fork-Choice Enforced Inclusion Lists steht.

FOCIL wählt 16 zufällige Attester aus und gibt jedem die Macht, einige Transaktionen auszuwählen. Diese Transaktionen müssen im Block erscheinen, sonst wird der Block abgelehnt. Selbst wenn ein feindlicher Akteur die gesamte Block-Erstellung kontrolliert, stellt FOCIL sicher, dass zensierte Transaktionen trotzdem durchkommen.

Buterin schlug auch die Idee eines „Big FOCIL“ vor, einer ambitionierteren Version. In diesem Design ist der FOCIL-Satz groß genug, um alle Transaktionen im Block zu umfassen. Jeder Teilnehmer deckt einen Teil der Senderadressen ab, um Überschneidungen zu vermeiden.

Das Ergebnis ist ein System, bei dem Block-Builder nur noch transaktionsintensive MEV-Transaktionen wie Arbitrage auf dezentralen Börsen verarbeiten müssen.

Verwandte Lektüre: Vitalik Buterin enthüllt Ethereum-Plan zur Bekämpfung von Zensur

Verschlüsselte Mempools und die Transaktions-Eingangsschicht

Buterin sprach auch das Thema „toxisches MEV“ an, ein Begriff für ausbeuterische Verhaltensweisen wie Sandwiching und Front-Running. Diese Taktiken schaden normalen Nutzern, indem sie ihre Transaktionen in feindliche Transaktionen einbetten.

Schließlich die Block-Erstellungs-Pipeline.

In Glamsterdam erhält Ethereum ePBS, das es Proposern ermöglicht, an einen freien, permissionless Markt von Block-Buildern auszulagern.

Dies stellt sicher, dass die Zentralisierung der Block-Builder nicht in die Staking-Zentralisierung übergreift, aber es lässt die…

— vitalik.eth (@VitalikButerin) 2. März 2026

Verschlüsselte Mempools sind eine vorgeschlagene Lösung. Wenn eine Transaktion verschlüsselt bleibt, bis sie in einen Block aufgenommen wird, kann niemand sie vorher ausnutzen.

Die technische Herausforderung besteht darin, sicherzustellen, dass Transaktionen zum richtigen Zeitpunkt validiert und entschlüsselt werden können. Die Methode zum Entschlüsseln muss zuverlässig, effizient sein und eine vorzeitige Offenlegung verhindern. Dies ist ein offenes Problem, an dem aktiv geforscht wird.

Buterin hob auch eine Schicht hervor, die in MEV-Diskussionen selten Beachtung findet: die Transaktions-Eingangsschicht. Dies ist der Weg, den eine Transaktion vom Wallet eines Nutzers bis zum Block nimmt.

Ein feindlicher Akteur, der diese Route beobachtet, kann immer noch Front-Running oder Griefing betreiben, ohne direkt die Blockchain zu berühren.

Zur Lösung nannte Buterin mehrere aufkommende Ansätze. Dazu gehören die Nutzung von Tor für das Routing, der Aufbau eines speziell auf Ethereum ausgerichteten Mixnets und Low-Latency-Designs wie Flashnet.

Er wies darauf hin, dass die Kohaku-Initiative voraussichtlich die Unterstützung solcher Tools als Plug-in erforschen wird. Sowohl die Netzwerkschicht als auch On-Chain-Privatsphäre-Protokolle sind Teil dieses wachsenden Designraums.

Langfristige Vision: Verteilte Block-Erstellung wie BitTorrent

Buterin teilte eine langfristige Vision für die Architektur der Block-Erstellung bei Ethereum.

Er verglich sie mit BitTorrent, einem System, das Daten verarbeitet, ohne dass ein einzelner Server alles hält. Der Traum ist, dass Ethereum viel mehr Transaktionen verarbeitet, als es eine einzelne Maschine gleichzeitig bewältigen kann.

Die Herausforderung, so Buterin, besteht darin, dass der Kernwert von Ethereum der synchrone geteilte Zustand ist. Jede Transaktion kann von jeder anderen abhängen. Diese Abhängigkeit zwingt die Block-Erstellung, in gewissem Maße zentralisiert zu bleiben.

Seinen vorgeschlagenen Lösungsansatz beschreibt er darin, neue Transaktionskategorien mit begrenztem globalen Umfang zu schaffen. Er stellte fest, dass über 95 % der Ethereum-Aktivitäten keinen vollständigen globalen Zustand benötigen.

Durch die Schaffung günstigerer Transaktionstypen für diese Mehrheit und die Beibehaltung der bestehenden, aber teureren Typen könnte das Netzwerk im Laufe der Zeit eine verteiltere Erstellung ermöglichen.

Buterin sieht dies als ein offenes und spannendes langfristiges Designfeld.

Ein fester Zeitplan oder eine Spezifikation existiert noch nicht. Aber die Richtung weist auf eine modularere, verteilte Ethereum-Architektur, die die Abhängigkeit von einzelnen Akteuren in der Blockproduktion reduziert.

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