
Am Montag, dem 23. März, fiel Bitcoin auf 67.979,57 USD, während der Kryptomarkt im Zuge des allgemeinen Drucks auf globale Vermögenswerte weiterhin schwächte. US-Präsident Trump forderte am Wochenende den Iran in einer 48-Stunden-Frist auf, den Hormuzstraße wieder zu öffnen, andernfalls werde er die iranischen Energieanlagen angreifen. Diese Frist läuft am Montagabend (New Yorker Zeit) ab und ist der zentrale Auslöser für die Flucht in sichere Anlagen auf den globalen Märkten.
Der Konflikt zwischen den USA und dem Iran ist in der vierten Woche ohne Anzeichen einer Entspannung. Die Hormuzstraße transportiert etwa ein Fünftel des weltweiten Rohöl- und LNG-Verkehrs und ist seit Ausbruch des Konflikts Ende Februar praktisch zum Stillstand gekommen. Der Iran droht, die Straße unbegrenzt zu schließen, falls Energieinfrastruktur angegriffen wird, und kündigt Vergeltungsmaßnahmen gegen US- und israelische Energieanlagen im Nahen Osten an.
Diese Krise führt zu einer seltenen stagflatorischen Situation, bei der die Märkte gleichzeitig höhere Inflation und schwächeres Wachstum preisen. Letzte Woche sanken die US-Aktien und US-Staatsanleihen ungewöhnlich synchron, der S&P 500 verzeichnete die viertwöchige Verlustserie in Folge und erreichte den längsten Wochenverlust seit einem Jahr. Die 10-jährigen US-Staatsanleihen rentierten bei 4,40 %. Der MSCI Asia Pacific Index fiel um 1,2 %, der KOSPI um über 5 %, was die Handelsunterbrechung auslöste, und der Nikkei 225 schloss 4 % niedriger. WTI-Öl lag bei 98,62 USD pro Barrel, Brent-Öl schwankte um die 112 USD.
Miller Tabak Chefstratege Matt Maley beschreibt die Kernproblematik: „Wenn kein Kaufinteresse besteht, entsteht ein Vakuum auf dem Markt.“
Der anonym bleibende Großinvestor „Jason“ ist eine Schlüsselgröße, um den heutigen Bitcoin-Absturz zu verstehen. Zuvor schloss er bei Hochpunkten seine Long-Positionen mit einem Gewinn von 14,6 Mio. USD. Dann kehrte er um, eröffnete bei Binance eine Short-Position mit 2.281 BTC, durchschnittlicher Einstieg bei 74.238 USD, mit einem nominellen Wert von über 169 Mio. USD, die aktuell profitabel ist.
PPI-Daten übertreffen Erwartungen: Der US-Producer Price Index stieg im Monatsvergleich um 0,7 %, deutlich über den erwarteten 0,3 %, was die Erwartungen auf Zinssenkungen zerstört und die Liquiditätssituation für Bitcoin verschlechtert.
Geopolitische Spannungen treiben Inflationserwartungen hoch: Die Hormuz-Krise treibt die Ölpreise nach oben, was die Märkte dazu veranlasst, eine mögliche Zinserhöhung durch die Fed und andere Zentralbanken neu zu bewerten. Risikoanlagen geraten unter Druck.
Technische Schwäche: Seit 2025 bildet Bitcoin tiefere Hochs und tiefere Tiefs aus, was auf einen Abwärtstrend hindeutet. Jason hat bei einem wichtigen Widerstand präzise eingestiegen, was kein Zufall ist.
Jonathan Krinsky, Chefanalyst bei BTIG, weist darauf hin, dass der S&P 500 die 200-Tage-Durchschnittslinie klar nach unten durchbrochen hat. Das aktuelle Marktumfeld birgt ein höheres Abwärtsrisiko als Aufwärtspotenzial.

(Quelle: Trading View)
Der Chart zeigt, dass 70.000 USD die wichtigste kurzfristige Unterstützung für Bitcoin sind. Bei Unterschreiten könnten Long-Positionen gezwungen werden, Verluste zu realisieren, was den Kurs auf 68.000 USD drücken könnte. Ein Durchbruch über 75.000 USD würde die Short-Positionen von Jason stark belasten und möglicherweise eine starke Gegenbewegung auslösen. Angesichts der anhaltenden geopolitischen Spannungen bleibt der wahrscheinlichste Weg seitwärts oder nach unten gerichtet.
Der Rückgang von Bitcoin heute ist auf drei Faktoren zurückzuführen: Trump’s 48-Stunden-Ultimatum, das die Hormuz-Krise in eine Countdown-Phase versetzt; die unerwartet hohen PPI-Daten, die Zinssenkungen unwahrscheinlicher machen; und die Short-Positionen des anonymen Wals „Jason“ mit über 169 Mio. USD in BTC, die anhaltenden Verkaufsdruck erzeugen.
Die Unterbrechung im Hormuz führt zu steigenden Ölpreisen, was die Inflationserwartungen erhöht und die Märkte dazu veranlasst, die geldpolitische Ausrichtung der Zentralbanken neu zu bewerten. In einem stagflatorischen Umfeld mit „höherer Inflation + schwächerem Wachstum“ fließt weniger Kapital in riskante Anlagen wie Bitcoin. Die klassischen sicheren Häfen (Gold, US-Staatsanleihen) verlieren an Attraktivität, was zu einer allgemeinen Marktunsicherheit führt.
70.000 USD ist die entscheidende Marke für das aktuelle Risiko-Rendite-Profil. Ein Halt würde eine Erholung auf 75.000 USD ermöglichen. Ein Unterschreiten könnte eine Kettenreaktion auslösen, die den Kurs auf 68.000 USD drückt. Der weitere Verlauf hängt von der Entwicklung der US-Iran-Politik nach Ablauf der Frist sowie von möglichen Signalen für eine Beruhigung bei Ölpreisen und Renditen ab.