
Der US-Präsident Donald Trump hat am Samstag auf Truth Social ein Ultimatum gestellt, in dem er von Iran fordert, den Hormuzstraße-Korridor innerhalb von 48 Stunden vollständig wieder zu öffnen, und droht, falls Teheran sich nicht daran hält, „Angriffe durchzuführen und zu zerstören“, beginnend mit den größten Kraftwerken. Iran reagierte umgehend hart und drohte, die Straße vollständig zu blockieren und die Energie- und Wasseranlagen der Golfalliierten anzugreifen. Die US-Aktienindex-Futures fielen am Sonntagabend insgesamt, während der Ölpreis stark anstieg und die globalen Vermögenswerte in höchste Alarmbereitschaft versetzt wurden.
Zwischen Trumps Ultimatum und Irans Reaktion besteht kein Raum für Vermittlung. Teheran warnt, dass bei Angriffen auf die Energieinfrastruktur Vergeltungsmaßnahmen gegen Verbündete wie Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate, insbesondere gegen Entsalzungsanlagen, eingeleitet werden. Offizielle sprechen offen von einem möglichen „großen Stromausfall im Golfgebiet“. Berichten zufolge sind derzeit keine diplomatischen Kanäle zwischen Washington und Teheran aktiv, und die Markteinschätzungen deuten darauf hin, dass eine kurzfristige Lösung äußerst unwahrscheinlich ist.
US-Aktien-Futures: S&P 500 fällt um 0,7 %, Nasdaq 100 sinkt um 0,7 %, Dow Jones fällt um 0,6 %
Öl: WTI steigt um 2,0 %, Brent-Öl um 1,5 %, nähert sich 114 USD pro Barrel
Gold: fällt um 2,5 %, seit Kriegsbeginn insgesamt über 14 % verloren, größter Tagesverlust seit 1983
Bitcoin (BTC): fällt unter 69.000 USD, der Kryptomarkt reagiert insgesamt schwächer im Zuge der Risikovermeidung
Korrelation zwischen BTC und S&P 500: während des Konflikts bis zu 89 %, makroökonomische Faktoren dominieren die Preisbildung bei Kryptowährungen
Es ist bemerkenswert, dass Gold nicht steigt, sondern fällt. Analysten weisen darauf hin, dass die Schwäche bei Gold eher auf den starken Dollar und Verkaufsdruck zurückzuführen ist, nicht auf eine fehlende Flucht in sichere Anlagen. Die Unterbrechung der Ölversorgung erhöht die Inflationserwartungen, was den Rückgang der Realzinsen verstärkt und somit die Unterstützung für Gold schwächt.
Die Krise im Hormuzstraße-Korridor verschärft eine bereits strukturell fragile Marktlage. Das Shiller-KGV (CAPE) liegt auf einem Jahrzehnthoch, der Buffett-Index (Marktkapitalisierung im Verhältnis zum BIP) erreicht etwa 220 %, ein Niveau, das seit der Dotcom-Blase nicht mehr gesehen wurde. Die Verschuldung im institutionellen Handel ist auf einem historischen Hoch, während die Barreserven der Investmentfonds auf einem Tiefstand sind. Dies bedeutet, dass bei einer Eskalation der Krise die Marktstabilität stark gefährdet ist.
Die Federal Reserve hielt die Zinsen am 18. März bei 3,5 % bis 3,75 %, mit nur einer erwarteten Zinssenkung bis 2026. Die steigenden Ölpreise bremsen die Inflation, während schwache Beschäftigungsdaten und steigende Ausfallraten bei Verbrauchern eine Stagflation signalisieren, was die Geldpolitik lähmt. Analysten von Goldman Sachs und Citigroup warnen, dass bei einer weiteren Eskalation die Brent-Preise auf über 150 USD pro Barrel steigen könnten.
Am 19. März verzeichnete der Bitcoin-ETF einen Abfluss von 90 Millionen USD, was die siebentägige Serie der Nettomittelzuflüsse beendete und zeigt, dass institutionelle Investoren begonnen haben, Risikoexposure in verschiedenen Anlageklassen zu reduzieren.
Wie wichtig ist die Hormuzstraße für die globale Energieversorgung?
Die Hormuzstraße ist eine der wichtigsten Energie-Transportstraßen weltweit und trägt unter normalen Umständen etwa ein Fünftel des globalen Rohöl- und Flüssiggasverkehrs. Seit Beginn des Konflikts Ende Februar ist der Durchgang durch die Straße faktisch zum Erliegen gekommen, die Ölpreise bleiben durch geopolitische Risikoaufschläge hoch. Jede weitere Blockade würde die globale Energieversorgung direkt beeinträchtigen.
Warum führt Trumps 48-Stunden-Ultimatum dazu, dass Gold fällt und nicht steigt?
Der Rückgang bei Gold spiegelt die Stärke des Dollars und die Priorisierung der Liquidität wider. Steigende Ölpreise und Inflationsängste lassen die Märkte erwarten, dass die Zentralbanken die Zinsen halten oder erhöhen, was die Realzinsen steigen lässt und die Attraktivität von Gold schmälert. Zudem verkaufen institutionelle Investoren bei erhöhtem Risiko bevorzugt liquide Anlagen, was auch Gold belastet.
Welche Auswirkungen hat diese Krise auf Bitcoin und den Kryptomarkt?
Während des Konflikts ist die Korrelation zwischen Bitcoin und dem S&P 500 auf bis zu 89 % gestiegen, was zeigt, dass Bitcoin in diesem Fall eher wie ein Risikoasset agiert. Das bedeutet, dass institutionelle Deleveraging bei geopolitischer Eskalation den Kryptomarkt zusätzlich belasten könnte.