Am 9. März wurde bekannt gegeben, dass das US-Finanzministerium kürzlich einen Bericht zur Regulierung digitaler Vermögenswerte beim Kongress eingereicht hat, in dem erstmals ausdrücklich erwähnt wird, dass Krypto-Mixer in bestimmten Fällen legale Zwecke erfüllen können, beispielsweise zum Schutz der Privatsphäre bei Transaktionen und bei geschäftlichen Zahlungen. Diese Aussage wird als bedeutender Wandel in der Haltung der US-Regierung gegenüber Blockchain-Privatsphäre-Tools angesehen. In den vergangenen Jahren betrachteten Regulierungsbehörden Mixer-Dienste überwiegend als wichtige Werkzeuge für Geldwäsche und illegale Geldtransfers.
Der Bericht wurde im Rahmen des 《GENIUS Act》 eingereicht und stellt die erste offizielle Anerkennung des Datenschutzwertes von Mixer-Diensten durch das Finanzministerium in einem formellen Politikdokument dar. Darin wird betont, dass öffentliche Blockchain-Transaktionen standardmäßig offen sind und Nutzer bei geschäftlichen Zahlungen, Wohltätigkeitsspenden oder persönlichen Vermögensübertragungen häufig Privatsphäre-Tools nutzen möchten, um das Risiko der Datenoffenlegung zu verringern. Mit der zunehmenden Verbreitung digitaler Zahlungen wird auch die Nachfrage nach Schutz der Transaktionsprivatsphäre voraussichtlich weiter steigen.
Diese Aussage steht im deutlichen Gegensatz zu früheren regulatorischen Positionen. Im Jahr 2022 verhängte das Office of Foreign Assets Control (OFAC) des US-Finanzministeriums Sanktionen gegen das Mixer-Protokoll Tornado Cash, weil es angeblich von der nordkoreanischen Hackergruppe Lazarus Group für Geldwäsche genutzt wurde. Obwohl die neuesten Berichte die entsprechenden Sanktionen nicht aufheben, zeigen die Formulierungen eine deutliche Entspannung in der Politik.
Vitalik Buterin, Mitbegründer von Ethereum, hat in der Vergangenheit mehrfach die Bedeutung von Blockchain-Privatsphäre-Tools betont. Er hat öffentlich die Entwickler von Tornado Cash, Roman Storm, unterstützt und erklärt, dass Privatsphäre-Protokolle keine kriminellen Werkzeuge seien, sondern notwendige Mechanismen zum Schutz der Nutzer. Roman Storm wurde im Jahr 2025 wegen des Betriebs eines nicht genehmigten Überweisungsdienstes verurteilt und droht eine Höchststrafe von fünf Jahren Haft.
Gleichzeitig betont das Finanzministerium jedoch, dass das Problem des Missbrauchs von Mixer-Diensten weiterhin ernst ist. Der Bericht zeigt, dass zwischen 2024 und 2025 mindestens 2,8 Milliarden US-Dollar an digitalen Vermögenswerten von nordkoreanischen Hackergruppen gestohlen wurden, wobei ein Großteil der Gelder durch Mixer-Dienste verschleiert wurde. Zudem sind seit 2020 etwa 37,4 Milliarden US-Dollar an Stablecoins über Cross-Chain-Brücken transferiert worden, von denen rund 1,6 Milliarden US-Dollar mit Mixer-Diensten in Verbindung stehen.
Ein weiterer, im Bericht aufgeworfener Vorschlag, der Aufmerksamkeit erregt, ist das sogenannte „Einfrierrecht“. Dieses Konzept sieht vor, dass Krypto-Plattformen bei Verdacht auf illegale Aktivitäten Vermögenswerte vorübergehend einfrieren können, ohne dass ein Gerichtsbeschluss oder eine formelle Anklage erforderlich ist. Analyst Kyle Chasse weist darauf hin, dass unter den Regeln für verdächtige Aktivitäten Plattformen möglicherweise nicht einmal in der Lage sind, den Nutzern den Grund für das Einfrieren zu erklären, was zu Streitigkeiten im Bereich der Finanzaufsicht führen könnte.
Das Finanzministerium erklärt, dass der Umfang dieser Befugnisse begrenzt sei, doch Kritiker befürchten, dass die tatsächliche Anwendung ausgeweitet werden könnte. Gleichzeitig planen die Regulierungsbehörden, die Compliance-Anforderungen für dezentralisierte Finanzprojekte im Hinblick auf Geldwäschebekämpfung und Terrorismusfinanzierung weiter zu präzisieren. Wie der US-Kongress und die Gerichte in Zukunft die entsprechenden Regeln definieren, wird maßgeblich darüber entscheiden, welchen rechtlichen Status Privatsphäre-Tools im Bereich der Kryptowährungen letztlich haben werden.