Am 2. März wurde berichtet, dass der iranische Oberste Führer Ali Khamenei bei einem Luftangriff ums Leben kam. Die Vorhersagemärkte, die mit seinem Tod in Verbindung stehen, stehen unter scharfer Kritik aus der US-Politik. Einige US-Senatoren fordern die Aufsichtsbehörden auf, Prognosemärkte mit Abrechnung basierend auf dem Tod einer Person zu beschränken. Dies hat schnell die Aufmerksamkeit auf Krypto-Prognoseplattformen und verwandte Finanzprodukte gelenkt.
Daten zeigen, dass auf der dezentralen Prognoseplattform Polymarket die Handelsvolumina für Verträge im Zusammenhang mit dem Zeitpunkt des Luftangriffs auf den Iran über 529 Millionen US-Dollar erreicht haben. Gleichzeitig hat das Prognoseportal Kalshi das Handelsvolumen für Verträge darüber, ob Khamenei weiterhin Oberster Führer bleibt, über 50 Millionen US-Dollar gesteigert, wobei allein am Samstag etwa 20 Millionen US-Dollar umgesetzt wurden. Nach Bestätigung des Luftangriffs traten die entsprechenden Verträge schnell in die Abrechnungsphase ein.
Laut einem bei der Commodity Futures Trading Commission (CFTC) eingereichten Dokument werden alle Positionen zum letzten Handelspreis vor Khameneis Tod abgerechnet. Die Plattform setzte den Handel aus und schloss die Verträge. Allerdings gibt es Unterschiede zwischen der Beschreibung der Abrechnungsregeln auf der Marktseite und den offiziellen Dokumenten, was zu Nutzerkritik führte. Zwischen dem Zeitpunkt des Luftangriffs und der Bestätigung des Todes blieben die Märkte noch mehrere Stunden aktiv, was ebenfalls zu Kontroversen führte.
Kalshi veröffentlichte später eine Erklärung, in der es eingestand, dass einige Formulierungen in den Regeln missverständlich seien, und kündigte an, alle Marktkosten zu erstatten. Zudem sollen alle Trades, die nach Khameneis Tod eröffnet wurden, vollständig rückerstattet werden.
Gleichzeitig fand das Blockchain-Analyseteam Bubblemaps heraus, dass sechs neu erstellte Konten durch genaue Vorhersagen des Angriffs auf den Iran am 28. Februar etwa 1 Million US-Dollar Gewinn erzielten. Diese Konten setzten fast ausschließlich auf das Datum des Angriffs, einige Transaktionen wurden sogar mehrere Stunden vor Beginn des Luftangriffs abgeschlossen. Nicolas Vaiman, CEO von Bubblemaps, erklärte, dass Kriegs- und Konfliktereignisse oft von Informierten genutzt werden, um frühzeitig Wetten abzuschließen, wobei die anonyme Natur der Transaktionen dieses Risiko verstärken könne.
Der US-Senator Adam Schiff hat gemeinsam mit mehreren demokratischen Kollegen an den Vorsitzenden der CFTC, Michael Selig, geschrieben, um die Regulierung von Prognosemärkten im Zusammenhang mit Todesfällen zu fordern und eine Antwort bis zum 9. März zu verlangen. Die Branchenorganisation Coalition for Prediction Markets äußerte öffentlich, dass Verträge im Zusammenhang mit Todesfällen in den US-Märkten nicht zugelassen werden sollten.
Experten sind der Ansicht, dass mit der zunehmenden Überschneidung von Krieg, Politik und Krypto-Prognosemärkten die Regulierungsbehörden künftig die Überprüfung entsprechender Plattformen verstärken könnten. Die Rechtmäßigkeit und ethische Grenzen von Prognoseverträgen könnten zu neuen Themen im Bereich der Finanzregulierung werden.
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