
Die US-amerikanische Securities and Exchange Commission (SEC) und die Commodity Futures Trading Commission (CFTC) haben jeweils ihre Regulierungspläne beim Office of Information and Regulatory Affairs (OIRA) im Weißen Haus eingereicht. Diese umfassen zwei zentrale Themen: das Klassifizierungssystem für Krypto-Assets und die Entwicklung von Regeln für Prognosemärkte. Der Plan der SEC wird in Form einer Leitlinie auf Komiteebene präsentiert, während der der CFTC als vorgeschlagenes Regelwerk im Vorab-Notifizierungsverfahren eingereicht wurde, um einen formellen Regulierungsrahmen für die Prognosemarktbranche zu etablieren.
SEC-Vorsitzender Paul Atkins erklärte, dass die Regulierungsbehörde eine interpretative Leitlinie zur Klassifizierung von Krypto-Assets entwickeln werde, um sicherzustellen, dass Investoren und Marktteilnehmer ihre jeweiligen regulatorischen Pflichten klar verstehen. Er betonte mehrfach, dass die Regulierung digitaler Vermögenswerte im Kern seiner politischen Agenda stehe und dass die Behörde, unabhängig von legislativen Maßnahmen im Kongress, beträchtliche Eigenständigkeit bei der Ausarbeitung entsprechender Vorschriften besitze.
Das zentrale Prinzip des Klassifizierungssystems besteht darin, formale Standards für die Asset-Kategorisierung zu schaffen:
Die Leitlinien auf Komiteebene müssen vom Komitee per Abstimmung genehmigt werden und haben eine höhere Verbindlichkeit als Aussagen auf Mitarbeiterebene. Sie sind jedoch kein vollständiger öffentlicher Konsultationsprozess und liegen zwischen administrativen Richtlinien und formaler Gesetzgebung.
Am Dienstag bestätigte CFTC-Vorsitzender Michael S. C. Selig, dass der bei OIRA eingereichte Vorschlag sich in ein „Advance Notice of Proposed Rulemaking“ (Vorab-Notiz für die geplante Regelung) verwandelt hat. Dies entspricht einem politischen Konzeptdokument, das die Behörde vor der offiziellen Einleitung des Regelsetzungsverfahrens veröffentlicht, um der Branche eine Grundlage für Stellungnahmen zu konkreten Regelungen zu bieten.
In den letzten zwölf Monaten haben Prognosemärkte ein erhebliches Handelsvolumen verzeichnet, wobei Sportveranstaltungen die Haupttreiber waren. Allerdings haben Ereigniskontrakte im Zusammenhang mit Konflikten im Iran und der geopolitischen Lage im Nahen Osten in Washington verstärkte Aufmerksamkeit erregt und die Diskussion über die Notwendigkeit eines formellen Regulierungsrahmens befeuert.
Die Einreichung der Vorschläge durch SEC und CFTC bei OIRA spiegelt auch eine grundlegende Veränderung im Regulierungsprozess wider, die unter der Trump-Administration eingeleitet wurde. Früher mussten unabhängige Regulierungsbehörden wie SEC und CFTC neue Vorschriften nicht zur Überprüfung an das Weiße Haus weiterleiten. Die Trump-Regierung forderte ab 2025, dass alle Exekutivbehörden, einschließlich der Finanzaufsichtsbehörden, diesem Verfahren folgen, was die direkte Einflussnahme des Weißen Hauses auf die Finanzregulierung erheblich stärkte.
Gleichzeitig ist die im Kongress im Frühling dieses Jahres gescheiterte Gesetzgebung zur Schaffung eines umfassenden Regulierungsrahmens für digitale Vermögenswerte ein zentrales Thema. Streitpunkte waren vor allem die Frage, ob Banken und Krypto-Unternehmen wie Coinbase Plattformen für die Belohnung von Kunden mit Stablecoins anbieten dürfen. Vertreter beider Seiten haben sich kürzlich mehrfach im Weißen Haus getroffen, um Kompromisslösungen zu suchen.
Was ist die aktuelle rechtliche Grundlage für Prognosemärkte in den USA?
Derzeit werden Prognosemärkte hauptsächlich von der CFTC im Rahmen von „Event Contracts“ reguliert. Nach dem Amtsantritt der Trump-Administration hat sich die Haltung der Regulierungsbehörden zugunsten einer freundlicheren Linie gewandelt. Die Einreichung des vorgeschlagenen Regelwerks durch die CFTC markiert den offiziellen Beginn des Verfahrens zur Etablierung eines formellen Regulierungsrahmens für Prognosemärkte.
Wie wird das Klassifizierungssystem der SEC die Krypto-Unternehmen beeinflussen?
Sobald das Klassifizierungssystem feststeht, wird es direkt bestimmen, ob bestimmte Krypto-Assets unter die Zuständigkeit der SEC oder der CFTC fallen. Dies wirkt sich auf die Compliance-Anforderungen, Offenlegungspflichten und Geschäftsmodelle der betreffenden Unternehmen aus. Für Emittenten, die sich derzeit im regulatorischen Graubereich bewegen, bringt die klare Standardisierung eine bedeutende rechtliche Sicherheit.
Welchen Einfluss hat das OIRA-Überprüfungsverfahren des Weißen Hauses auf den Regulierungsprozess?
Das OIRA-Review ist eine administrative Hürde vor der offiziellen Bekanntgabe eines Regulierungsvorschlags. Nach Abschluss dieses Verfahrens kann die Behörde den Vorschlag öffentlich zur Kommentierung bereitstellen. Die Einmischung des Weißen Hauses in die Überprüfung unabhängiger Regulierungsbehörden bedeutet, dass die Exekutive einen direkteren Einfluss auf die Ausrichtung der Regulierung hat, was den Zeitplan und die Inhalte der finalen Vorschriften verändern kann.
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